-Seit 1953 in Familienbesitz -
   
Seit dem Jahre 1973 befindet sich das Restaurant "Stahlbad" in diesem Gebäude aus der Zeit der Jahrhundertwende am Augustaplatz. Bei der Übersiedlung vom Hause Lichtentaler Straße 27 nach hier, wurde auch der Name des Betriebes mitgenommen.
1953 hatte Willy Schwank sein Spezialitäten-Restaurant in dem Hause an der Ecke Eichstraße/Lichtentaler Straße eröffnet. Schon zu dieser Zeit hatte dieses Gebäude eine lange Geschichte hinter sich. Es war in Baden-Baden allgemein als das " Stahlbad" bekannt und so lag es für den Gastronom auf der Hand die Bezeichnung beizubehalten.
1831 kaufte ein Bäckermeister namens Mathias Jörger von Freiherr Hermann von Hertzmann ein zweistöckiges Wohnhäuschen mit einer im Garten befindlichen Stahlquelle. Diese Quelle veranlasste den Bäcker, in die Hotelleriekreise einzusteigen. In Verbindung mit dem Stahlwasser dachte Jörger an ein Badgasthaus. Vom Wunsch bis zu Ausführung vergingen einige Jahre, bis er schließlich 1831 stolz " sein Badepublikum" in Kenntnis setzen konnte, dass er durch einen Erlaß der Großherzlichen Hohen Regierung sich " Stahlbad-Wirt und Eigentümer" nennen durfte.
Für das mineralhaltige Wasser hatte Jörger inzwischen ein Badhaus bauen lassen und konnte somit seinen Hotelgästen Bäder verabreichen, die für damalige Begriffe der Gesundheit " sehr dienlich" waren. In die Fußstapfen des Vaters trat 1858 sein Sohn August. Er veränderte das Haus 1864/65 und bot mit einem vierstöckigen Hotelkomplex genau soviel Komfort, wie die großen Betriebe der damaligen Zeit. Im großen Stil baute Jörger 1886/87 nochmals um und gab dem Gebäude zwischen Eich-und Seiler Straße jenes Aussehen, das noch mit zum Abriß 1978 vorhanden war.
Schon vor der Jahrhundertwende war jedoch die Glanzzeit des Stahlbades vorüber. Die Bäder in dem mineralhaltigen Wasser waren nicht mehr gefragt und durch die starke Bebauung oberhalb der Quelle war man auch mit der Schüttung nicht mehr zufrieden. Nach dem 1. Weltkrieg ging der Hotelbetrieb ganz ein. An dem Anwesen waren seit dieser Zeit nur noch Restaurationsbetriebe untergebracht. Den Anfang machte 1919 Marie Bihlmann mit einem Café. Ihr folgten in der gleichen Sparte Alfons Dischinger, Karl Riegenscheid, Josef Reisener und Franz Pfitzmayer.
An die Glanzzeiten des vergangenen Jahrhunderts knüpfte 1953 Willy Schwank an. Mit seinem Restaurant "Stahlbad" stieg der Name des alten Badgasthauses wieder zu einem exklusiven Rang auf.